KostProbe

ExperimentierTheater, Ratingen, probt „Cuba libre”. Premiere am 28. Mai im Stadttheater.

 

Gelächter hallt über den Flur aus dem kleinen Probenraum. Ein neugieriger Blick und man erkennt sofort, dass die jungen Leute amüsiert mit den Proben für ihr neues Theaterstück beschäftigt sind. Mit lauten klangvollen Stimmen fesseln sie sogar den nicht mit dem Stück vertrauten außenstehenden Beobachter.

Die angehenden Schauspieler sind eine lockere Arbeitsgruppe. Aufgrund des Mangels an Stühlen sitzen die Schüler auf Tischen im Schneidersitz und gehen noch einmal gemeinsam ihren Text durch.

Dennoch sind sie heiter, unbeirrbar und frohgelaunt entschlossen, ihr Ziel zu erreichen: nämlich diese turbulente Komödie auf die Bühne zu bringen.

„Ein Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.” Charly Chaplin

Nach diesem Motto haben die Schülerrinnen und Schüler des ExperimentierTheaters, Ratingen, unter Leitung von Herrn Hütterott offensichtlich ihr neustes Bühnenstück inszeniert, denn in diesem wird  in jedem Fall eines vorkommen: HUMOR.

Das Theaterstück heißt  „Cuba libre”! Es ist eine ironische Komödie mit Biss, die sich, wie der Name schon sagt, auf Kuba abspielt. Drei deutsche Touristen fotografieren, unermüdlich damit beschäftigt, Beweise für ihren Aufenthalt auf Kuba zu sammeln, einen Hochsicherheitstrakt der kubanischen Regierung. Sie werden daraufhin von der kommunistischen Polizei als Spione verfolgt und fliehen in die deutsche Botschaft. Die paradoxe Situation verkompliziert sich immer mehr.

Die Schüler bauen in das Stück sogar eine Lovestory ein, so dass ein opulenter Cocktail aus Witz, Charme und schwarzem Humor entsteht.

 

„Cuba librewurde von den Schülern selbst durch eine peppige Sprache und kecke Wortwahl in Szene gesetzt. Für das neue Theaterstück hat das ExperimentierTheater ein ganz eigenes Kochrezept verwendet: ein Filmdrehbuch von Woody Allen, Requisiten, über welche die Schüler noch eine laute Diskussion führen, eine perfekt bis ins Detail geplante Geräuschkulisse, visuelle Effekte und eine Choreographie, die einem Theaterstück alle Ehre machen! Ob Al-kaida oder Tony Blair, jeder kommt „auf seine Kosten.

 

Die unübersehbare Gesellschaftskritik- oder besser gesagt der Klamauk schafft es, den Zuschauer zu fesseln. Unverkennbar ist ein beißender Spot in jeder Szene allgegenwärtig. Und genau diese Ironie, diese Satire auf unsere Gesellschaft stellen die jungen Schauspieler, und zwar überaus gelungen, in den Vordergrund. Mit ihrem persönlichen und unbestechlichem Charme überzeugen sie.

Trotz der flippigen Sprache und den bis zum Muskelkater im Bauch führenden Witzen steht eine unausgesprochene Spannung im Raum. Der Zuschauer ist die ganze Zeit gefesselt und möchte unbedingt erfahren, ob die Touristen nun ihren Kopf aus der Schlinge ziehen werden. Schon am Anfang der ersten Bühnenszene wird stetig ein Spannungsbogen im Hintergrund aufgebaut, der vielversprechend für den weiteren Fortgang der Handlung ist. Doch im Vordergrund stehen die sympathisch-amüsanten Scherze und humorvollen Dialoge. Durch das würzige Zusammenspiel der Gruppe und die heitere Stimmung bei der Probe hat man das Gefühl, ein frischer Wind wehe durch den verstaubten Arbeitsraum. Die abgestandene Luft, das ungemütliche Mobiliar, die ganze Winzigkeit des Raumes stehen hierzu im vollkommenen Kontrast.

Die Schüler machen schon allein mit der kurzen Eingangszene auch ohne Verkleidung, Requisiten und Bühnenbild, das erst noch im Entwurf ist, neugierig auf das ganze Theaterstück. ,,Cuba libre” muss zwar noch ausgefeilt und viel geprobt werden, doch es macht jetzt schon einen großen Eindruck.

 

Bis zum 28. Mai müssen wir uns noch gedulden, ehe das ExperimentierTheater dem Theaterstück den letzten Schliff gibt und es dann endlich im Stadttheater Ratingen uraufgeführt wird.

NIKA GUBERINA

 

 

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